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„Kleinmachnow singt“ macht Schule

Chor Dirk Zeugmann
Dirk Zeugmann
Telefon:03 32 03/7 04 59
E-Mail:info@zeugmann-marketing.de

Klempner lädt zum Massen-Karaoke!

Stand: Oktober 2016

Massenhaftes Karaoke, und das mit 80 Jahren, damit schreibt Kleinmachnow regionale Musikgeschichte.

Einmal im Monat lädt Dirk Zeugmann zum Singen, was das Zeug hält, ein. Die Idee eines Chors ohne feste Regeln und ohne Mitgliedschaft, der frei von Zwang und Verpflichtung ist, hat sofort eingeschlagen: „Mittlerweile haben wir im Durchschnitt an die 60 Sänger in jedem Alter. Das Spektrum geht von acht bis 80 Jahre“, strahlt der findige Werbefachmann. Er ergänzt: „Manchmal haben wir sogar knapp 100 Sänger!“ So ein rekordreif-riesiges Ensemble wäre schon schwer zu dirigieren, wenn es aus Profis bestehen würde. Doch Zeugmann legt sich ins Zeug für Amateure. „Viele haben vorher nur in der Badewanne gesungen“, schmunzelt er. Dennoch ist er sich sicher, dass die Töne „in der Summe stimmen“.

Über den Wolken
Wenn „Kleinmachnow singt“ ruft, dann geht es meist um die Hits von gestern: „Besonders beliebt sind ‚Über den Wolken’ von Reinhard May, ‚Hello Mary Lou’ von Ricky Nelson, ‚Ein ehrenwertes Haus‘ von Udo Jürgens und ‚Father and Son‘ von Cat Stevens. Der absolute Hit ist aber ‚Du hast den Farbfilm vergessen‘, mit dem Nina Hagen als Jungstar die DDR rockte“, gibt Dirk Zeugmann Einblick. Dabei vergisst er nicht, sich als großer Fan des Westberliner Chansonniers Reinhard May zu bekennen: „Dessen Lieder habe ich schon in der DDR gemocht und auf die Bühne gebracht“, erstaunt der 52-Jährige, den man in Kleinmachnow vor allem von den gelungenen Veranstaltungen für den Rathausmarkt kennt.

Jugendliebe auf der Bühne
Mit „Kleinmachnow singt“ gelang es Dirk Zeugmann, zur Leidenschaft seiner Jugend zurückzukehren. „Ich lernte seit der Einschulung klassische Gitarre, was aber auf Dauer zu langweilig war. Deshalb brachte ich mir zusätzlich das Spielen von Pop-Akkorden bei. Ich wollte unbedingt Musiker werden!“, erinnert er sich zurück. Doch erst mal sollte ein „richtiger Beruf“ gelernt werden. So kam es, dass Dirk Zeugmann der „singende Klempner“ wurde. Damit war es mehr als authentisch, wenn er das Reinhard-May-Lied „Ich bin Klempner von Beruf“ in Kulturhäusern, Pionierlagern und an den schönen Ostseestränden vortrug. „Meine weiteren Vorbilder waren Solokünstler wie Klaus Hoffmann, Hannes Wader, Franz Josef Degenhardt oder Cat Stevens.“

Bahnsteig-Liebe
Sogar das private Glück hat er der Musik zu verdanken: „Wir wollten mit Jugend­tourist Urlaub in Polen machen. Das Warten am Bahnhof war mir etwas zu langweilig. Ich vertrieb mir die Zeit mit meiner Gitarre, was einem schönen Mädchen, das ebenfalls auf den Zug wartete, so gut gefiel, dass daraus eine Ehe wurde“, schmunzelt er. Geheiratet wurde 1985. Schon ein Jahr später konnten sich Birgit Zeugmann und Dirk Zeugmann über Töchterchen Victoria freuen.

Eintrittspreis fürs eigene Konzert
Mit dem heiß ersehnten Berufsausweis durch Nachweis von langjähriger Praxis als Amateur wurde es schließlich doch nichts. „Die Prüfung war ausgerechnet auf November 1989 angesetzt. Als ich erschien, hatte sich die DDR so verwandelt, dass niemand da war, mir den Schein auszustellen!“ Mit „Kleinmachnow singt“ gelang es Dirk Zeugmann ein Vierteljahrhundert später, auf ungewöhn­liche Weise, den musikalischen Jugendtraum wiederzubeleben. „Zu den monatlichen Terminen kann jeder kommen, der Lust hat. Wir bieten eine Begleitband bestehend aus Axel Roßius am Bass, Hans Nehn am Klavier, Peer Kalies am Schlagzeug und Ralph Zimmermann an den Tasteninstrumenten. Es gibt eine Liste mit 40 Titeln, aus denen der Spontan-Chor seine Lieder aussucht, dann geht es los. Die Band gibt die Musik vor, die Texte werden an die Wand pro­ji­zie­rt“, beschreibt Zeugmann die ungewöhnlichen Konzerte. Damit hat er wohl den Nerv vieler Kleinmachnower getroffen, denn diese verausgaben sich nicht nur stimmlich, sondern greifen sogar in die Tasche: „Wir müssen sechs Euro Eintritt verlangen, da wir ja Raummiete haben sowie Heizung und Energie zu bezahlen sind“, erklärt Dirk Zeugmann die Hintergründe. Übrigens soll „Kleinmachnow singt“ weiter Schule machen. „Als nächstes ist ‚Teltow singt‘ geplant“, kündigt Dirk Zeugmann an.