Willkommen in Kleinmachnow
0 30/6 92 02 10 52 ← Zurückgehen

In neuem Design: „Stachelschweine“ jetzt aus Kleinmachnow

Kabarett Stachelschweine
Caroline Lüdecke, Frank Lüdecke
Website:www.frank-luedecke.de
Website:www.diestachelschweine.de

Kabarettist rettet Kabarett!

Stand: November 2019

Rettung in letzter Minute: Fast wäre es aus mit dem traditionsreichen Kabarett gewesen. Die erlösende Botschaft für die „Stachelschweine“ kam aus­gerechnet aus dem Wildschweingeplagten Kleinmachnow!

„Wir hatten Silvester 2018 von der Verkaufsabsicht der Eigentümer gehört und uns gleich spontan bei diesen gemeldet. Allerdings konnten wir uns dann erst einen Monat später darum kümmern, da wir vorher in Australien waren, wo einer unserer Söhne in Sydney studiert“, berichten Caroline Lüdecke und Frank Lüdecke. „Als wir zurück kamen, waren wir entschlossen, dieses Kabarett, das ja ein wichtiger Teil vom alten Westberlin ist, zu retten. Wir haben dann ohne lange zu überlegen reagiert“, berichtet das Ehepaar.

Viele Bühnen
Beiden kommt zugute, dass sie vom Fach sind. Frank Lüdecke ist vielen vom Fernsehen und der Bühne bekannt. Er wurde von Dieter Hallervorden entdeckt und ist festes Ensemble-Mitglied in dessen Schlosspark-Theater und in dessen Kabarett „Wühlmäuse“. Das hatte Hallervorden 1960 gegründet, weil ihn die „Stachelschweine“ nicht genommen hatten!
Frank Lüdecke war in Kult-Sendungen wie dem „Scheibenwischer“ von Dieter Hildebrandt zu sehen. Ihn kennt man von „Spott-Light“ und „Zebralla“, die unter Ägide von Dieter Hallervorden zu Kultsendungen wurden.
Außerdem war er im Team von „Verstehen Sie Spaß?“. Seine Kabarett-Erfahrung reicht über die früheren Grenzen.
So wurde ausgerechnet er, der bekennende West­berliner, künstlerischer Leiter der Ostberliner „Distel“.

Schauspiel in Italien
Ehefrau Caroline Lüdecke ist ebenfalls vom Fach. Sie ist in Berlin aufgewachsen, hat in Rom vier Jahre lang Schauspiel studiert, bevor sie sich als Kulturmanagerin ausbilden ließ. Dass sie das erfolgreich macht, beweist die über Jahrzehnte hohe Popularität ihres Ehemanns, den sie managt. Diese Erfahrung kann sie nun perfekt als Geschäftsführerin der „Stachelschweine“ anwenden. Künstlerischer Leiter dort ist nun Frank Lüdecke, der seine festen Engagements aber mit unveränderter Energie weiterführen will. Das führt dazu, dass im Haus in Kleinmachnow jetzt oft nächtelang die Lichter „brennen“ und tagsüber die Köpfe rauchen.
„Als Künstler hat man am Tag fünf bis sechs Stunden Proben und abends Auftritte. Die restliche Zeit plant man für sich. Jetzt sind wir praktisch ständig gefragt und müssen zudem immer gewähr sein, dass unvorhersehbare Zwischenfälle passieren.“

Neu zurück zu den Anfängen
Unter der neuen Führung aus Kleinmachnow gehen die „Stachelschweine“ wieder zu ihren Wurzeln zurück. „Wir werden wie früher ein Ensemble-Kabarett mit festem Team sein, während die ‚Wühlmäuse‘ 90 Prozent mit Gastspielen bestreiten. Wir haben sehr lange und aufwändige Castings durch­geführt. Nun gibt es mit Melissa Anna Schmid, Steven Klopp und Julian Trostorf ein Team, das viel verspricht und dies halten wird. Die musikalische Leitung hat Sören Sieg, denn wir setzen auf Live-Musik. Wir werden modernes politisches Kabarett bieten, das eher politisches Theater mit durch­gehender Handlung ist.“

Stardesigner in Aktion
Um das Kabarett, das 1965 einer der erster Mieter im damals als wegweisend geltenden „Europa-Center“ am Breitscheidplatz war, optisch heutigen Vorstellungen anzupassen, entschied sich das Ehepaar Lüdecke zu einem umfassenden Modernisierungsumbau.
Dabei konnten sie mit Werner Aisslinger auf einen international gefragten Designer zurückgreifen, der mit seinem „Loftcube“, einem mobilen Wohnwürfel, viel Aufsehen erregte.
Der zeigte, bei allem Sinn für zeitgemäßes Design, viel Fingerspitzengefühl für die Tradition.
„Ich wollte die Bierfass-Tische herausnehmen, doch Aisslinger war total dagegen. Jetzt sind sie wieder da und mit neuem Leuchtfarben-Design noch auffälliger“, schmunzelt Frank Lüdecke.

Stachelschwein-Signet
Erleichtert wird ihre „Stachelschwein“-Rettungsaktion, weil das große Haus in Kleinmachnow etwas leer geworden ist.
„Ich wollte immer viele Kinder haben“, gibt Caroline Lüdecke Einblick. Diese sind mittlerweile allerdings erwachsen und studieren in Weltstädten wie London und Sydney.
Zum Glück ist Tochter Florentine Lüdecke, 18, noch mit in Kleinmachnow.
Sie hat sich als angehende Kunst­studentin vom „Stachelschwein“-Virus anstecken lassen und schon mal das neue Signet entworfen!