Bericht über: Künstlerin
| Künstlerin | |
| Helma Hörath | |
| Telefon: | 03 32 03/2 22 41 |
| E-Mail: | h-hoerath@t-online.de |
| Website: | www.helmahoerath.de |




Magie des Marmorierens

Stand: Dezember 2025
Wenn sie ihre marmorierten Malereien entstehen lässt, scheint die Zeit stillzustehen. Farbe und Wasser tanzen auf Papier, Öl vermischt sich zu fließenden Mustern, die keine Wiederholung kennen.
Geboren im Vogtland, lebt die Künstlerin Helma Hörath seit 1952 in Kleinmachnow, doch ihre wahre Heimat sind die Spuren, die sie auf Papier und in den Herzen der Kinder hinterlässt.
Was ist Marmorieren?
„Marmorieren ist eine sehr alte Kunsttechnik, die wahrscheinlich aus China stammt. Dabei werden spezielle Farben auf eine Wasseroberfläche aufgetragen, die mit einem dünnen Ölfilm behandelt ist. Die Farben schwimmen dadurch auf der Flüssigkeit und lassen sich mit Werkzeugen, Pinseln und Kämmen zu Mustern formen. Diese Motive können dann auf Papier, Stoff oder sogar Stein übertragen werden. Das Beeindruckende am Marmorieren ist, dass kein Ergebnis dem anderen gleicht. Die fließenden Formen entstehen spontan und lassen sich nicht vollständig vorhersehen. Man muss sich auf das Spiel einlassen und darf nie alles planen wollen. Genau das macht jede Arbeit ganz einzigartig“, beschreibt die Künstlerin.
Damit ist das Marmorieren also nicht nur eine Technik, sondern gleichzeitig ein Prozess der Achtsamkeit, der Geduld und der Freude am Experimentieren.
Kunst als Abenteuer
Seit vielen Jahren arbeitet Helma Hörath im Auftrag einer Jugendkunstschule mit einer Grundschule in Teltow zusammen. Wöchentlich vermittelt sie den Kindern, wie man kreativ denkt, experimentiert und die eigene Fantasie entdeckt.
„Immer wieder spannend sind die Kinder, die zunächst wenig Interesse an Kunst zeigen. Von ihnen lerne ich am meisten. Sie denken anders, unbefangen, manchmal verrückt. Genau das inspiriert mich“, erzählt sie.
Schreiben und Geschichten
Neben der Malerei liebt die Kleinmachnowerin das Schreiben. So hat sie zusammen mit den Grundschulkindern aus Teltow zu deren Bildern Texte erstellt und in Büchern vereint.
„Es macht riesigen Spaß, zu den erstellten Bildern gemeinsam fantasievolle Geschichten oder Gedichte zu entwickeln. Man sieht, wie Ideen wachsen und die Kinder sich entfalten“, ist sie begeistert.
Zudem hat sie 2016 in Zusammenarbeit mit Gertrud Hintze das Buch „… und sehet den fleißigen Waschfrauen zu: Große Wäsche in Teltow und anderswo“ veröffentlicht.
Energie kennt kein Alter
Obwohl sie 80 Jahre alt ist, sprüht sie vor Energie. „Die Kinder halten mich jung“, sagt sie lachend. Seit 35 Jahren lebt sie ihre Kunst, ist immer unterwegs, stets neugierig und jederzeit bereit, Neues auszuprobieren.
Blutorangen als Brücke
Und ihr Engagement geht unvermindert weiter: Als Sprecherin der Künstlervereinigung „blutorangen“ liegt ihr der Austausch zwischen Jung und Alt besonders am Herzen. „Ich wünsche mir, dass mehr junge Menschen mitmachen. Die Alten lernen von den Jungen, die Jungen schöpfen von der Erfahrung der Alten. So entstehen neue Ideen und Wege, Kunst zu denken“, erläutert sie.
Zweimal im Jahr zeigen die „blutorangen“ ihre Werke. Die nächste Ausstellung ist fürs Frühjahr 2026 im Rathaus in Kleinmachnow geplant und trägt das Motto „Der Faden, der verbindet“.
Blaue Leidenschaft
Neben dem Marmorieren erschafft Helma Hörath seit 2020 Collagen, die ihr Inneres reflektieren. „Collagen sind wie kleine Fenster zu mir selbst. Ich entdecke mich beim Schneiden, Kleben und Anordnen neu“, berichtet sie und fügt an: „Die meisten meiner Werke haben etwas Bläuliches, da Blau meine Lieblingsfarbe ist. Das passt einfach zu allem. Es beruhigt und inspiriert zugleich.“
Raum für Zufall
Als Sternzeichen Jungfrau ordnet sie ihr Leben und ihre Kunst mit feiner Präzision. „Trotzdem muss ich Raum lassen für Zufall und Überraschung. Genau das macht Kunst lebendig“, blickt sie auf ihr vielschichtiges Schaffen.
Ihre Arbeiten sind verspielt und ernst, lebendig und nachdenklich zugleich. Sie spiegeln ihre Persönlichkeit wider: offen, neugierig, verbunden mit der Welt, und doch ganz bei sich selbst.