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Wie Bäume auf der Leinwand wachsen: Fahrzeug-Technikerin überzeugt als Künstlerin

0151/25752377 0151-25752377 015125752377
Künstlerin
Angela Wichmann-Ulbrich
Telefon:01 51/25 75 23 77
Website:www.wichmann-ulbrich.de

Das Ende als Anforderung

Stand: November 2020

Motoren und Autoteile haben ja so ihren Reiz. Zweifelsohne erfordert es einiges an Ingenieurskunst, dass da alles rund läuft. Dabei geht es immer um Einhalten von zeitlichen Fristen und Plänen.

Bei Angela Wichmann-Ulbrich geht es dann besonders rund zu, wenn sogar die letzte Ecke ausgefüllt ist. Denn die gelernte technische Zeichnerin, die Maschinenbau studierte und im Berliner Werk von Mercedes-Benz gearbeitet hat, erfüllt sich jetzt den Jugendtraum als Künstlerin.

Anerkannt bei den Profis
Das macht sie als Autodidaktin. Dabei ist sie derart erfolgreich, dass der lokale Kunstverein „Die Brücke“ um Rainer Ehrt sie als Mitglied führt.
Dafür „bedankte“ sich die Ex-Berlinerin jetzt: „Ich bewarb mich erstmalig für den Brandenburgischen Kunstpreis in Neuhardenberg und wurde auf Anhieb in die Auswahl genommen“, strahlt die 52-Jährige.
Ihre Motive sind meist großformatige expressive Porträts und reduzierte Natureinsichten. So verweisen wenige Äste im Bild „Polarität“ auf die Entwicklung in der Natur. „Mich interessiert, wie hier Leben wächst, wie Bäume entstehen. Die Bilder geben dem Betrachter viel Platz für eigene Interpretationen. Jeder kann sich seinen Teil denken“, umfasst sie einen Ansatz.

Kein Ende in Sicht?
Ihr Problem: „Im Gegensatz zur Technik, wo Anfang und Ende klar zu erkennen sind, ist bei jedem Bild fraglich, wann es fertig ist. Ich arbeite meist einige Wochen daran. Darunter habe ich es noch nie geschafft. Dann drehe ich es um, wartete längere Zeit und prüfe es. Oftmals erscheint es mir weiter unfertig. In diesen Fällen bearbeite ich es erneut“, sinniert sie.
„Wenn ich eine Idee habe, überlege ich lange, wie diese umgesetzt werden kann. Licht und Perspektive spielen ebenso eine wichtige Rolle wie die Maltechnik. Erst wenn das Bild in meinem Kopf perfekt ist, beginne ich mit der Umsetzung an der Leinwand“, zeigt die Technikerin, dass sie in der Malerei sehr systematisch vorgeht.

Musik im Blut?
Mit Ehemann Lars Ulbrich ist sie sich in der Affinität für Technik einig, ist der doch mit IT-Anlagen beschäftigt. Mit Malerei hat er ebenso wenig zu tun wie die beiden Kinder. Tim Ulbrich, 24, studiert Informatik, seine Schwester Paulin Ulbrich, 19, Medizin.
Etwas künstlerisch angehaucht sind sie beide aber doch: „Sie spielen Klavier und Gitarre“, strahlt die „bipolare“ Mutter, die Technik und Kunst so trefflich zusammenbringt.
Zwar hat sie den Kunstpreis diesmal noch nicht gewonnen, doch das Publikum hat anders als die Juroren abgestimmt: „Gerade soeben hat sich ein Käufer gemeldet, der das ausgestellte Bild erwerben möchte!“, strahlt sie zu Recht.

Erstellt: 2020