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Brunnen statt Kochtöpfe: Fair zu Mitmenschen, zur Umwelt und zur Dritten Welt

033203/8774600 033203-8774600 0332038774600
Maxim-Gorki-Gesamtschule
Katrin Schöning
Telefon:03 32 03/8 77 46 00
Website:www.maxim-gorki-gesamtschule.kleinmachnow.de

Süße Ideen für Afrika

Stand: November 2019

Süßes für Afrika, damit macht man in Kleinmachnow Furore.

Allerdings, die selbstgebackenen Kuchen kamen nicht auf direktem Weg nach Entebbe.
Vielmehr sorgten Leckereien aus Kleinmachnow dafür, dass man in der neuen Partnerschule in der früheren Hauptstadt von Uganda nun selbst in der Lage ist, Leckereien her­zustellen: „Aus dem Erlös von unserem Kuchenbasar und einem UNICEF-Spendenlauf, der von meiner Kollegin Annette Erpenbeck initiiert worden ist, konnten wir einen Trink­wasserbrunnen finanzieren. Dadurch erhält unsere Partnerschule nun sauberes Wasser, mit dem in deren Küche gekocht und gebacken werden kann. Außerdem profitieren die angrenzenden Häuser von der neuen Einrichtung“, so Katrin Schöning.

Fernweh als Erfolgsrezept
Die Politik- und Deutschlehrerin schaffte es mit diesem Baustein, den Weg der gemeindeeigenen „Maxim-Gorki-Gesamtschule“ zu einer beachtlichen Auszeichnung zu ebnen: „Wir wurden als erste ,Faire Schule’ im Landkreis Potsdam-Mittelmark ausgezeichnet“, freut sich Leiterin Petra Dziewulski.
Zu „danken“ hat die Schule diesen ungewöhnlichen Zugang zum ostafrikanischen Land am weltberühmten Victoriasee der Abenteuerlust der Biologie- und Sportlehrerin Jessica Drews. Sie hatte sich ein „Sabbatical-Jahr“, also Urlaub mit reduziertem Gehalt, genommen, um ihr Fernweh zu stillen.
In der 70 000 Einwohner-Stadt Entebbe war sie so vom dortigen Leben fasziniert, dass sie ein Jahr an einer örtlichen Highschool mit Internat in dem englischsprachigen Land unterrichtete.

Trinkwasser statt Kochtöpfe!
Zurück in Kleinmachnow berichtete sie über ihre Erlebnisse: „Die waren gerade dabei, eine neue Küche ein­zurichten und baten um Spenden für Gerätschaften. Dann entschieden wir uns gemeinsam um, besser erst für gesundes Trinkwasser zu sorgen als Kochtöpfe zu sammeln“, fasst Katrin Schöning zusammen. Zusätzlich zu dem Brunnen konnten für die Partnerschule 40 Moskito­netze für die Schlafräume angeschafft werden. „Sie hatten davon nur sehr wenige, die natürlich den Jungs zugute kamen. Jetzt ist den Mädchen ebenfalls geholfen. Es geht darum, die lebens­gefährliche Malaria einzudämmen, die bekanntlich durch eine Moskito-Art übertragen wird“, erklärt Katrin Schöning weiter.

Aus Afrika ins Klassenzimmer
„Als die dortige Schulleiterin Mariam Nabunya zu einem Besuch zu uns kam, rissen sich alle darum, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Sie ist im Nebenberuf Reiseführerin, spricht deshalb fließend deutsch“, ist Petra Dziewulski immer noch beeindruckt.
Um „Faire Schule“ zu werden, gilt es in den drei Bereichen global, sozial und ökologisch herausragend zu sein“, schildert Katrin Schöning, die diese bundesweite Ausschreibung sofort fasziniert hat. Initiator ist der „Entwicklungspolitische Bildungs- und Informationszentrum EPIZ e.V.“ in Berlin.

Flaschen als Krönung
„Soziales Miteinander wird bei uns seit Jahren gelebt. Global sind wir jetzt noch besser verankert. Wir haben neben Afrika eine weitere Partnerschule in Norwegen. Ökologisch mussten wir noch etwas mehr tun. Der erste Ansatz war ein eigenes schulinternes System zur Rücknahme von Pfand­flaschen. Dies hat sich nun bewährt“, fasst Schulleiterin Petra Dziewulski zusammen. Allerdings kann sich die erste „Faire Schule“ im Landkreis auf den Lorbeeren nicht ausruhen. „Der Titel muss alle zwei Jahre erneuert werden“, so Katrin Schöning. Ob es da hilft, dass Jessica Drews schon wieder die Turnhalle der „Maxim-Gorki-Gesamtschule“ in Kleinmachnow meidet, weil sie nämlich erneut auf Weltreise ist?
„Diesmal tourt sie durch Asien und China“, ist man in Kleinmachnow schon gespannt. Für den Schulalltag, wo es oft um Lehrermangel geht, hat dieser Ausfall übrigens keine Auswirkungen: „Wir bekommen dann vom Schulamt einen Ersatz bereitgestellt“, beruhigt Petra Dziewulski Eltern, die eventuell befürchten, dass durch die Reiselust von Lehrern Unterricht ausfällt.