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Jugend auf dem Sprung: Kleinmachnow als Stunt-Schmiede?

033203/874670 033203-874670 033203874670
Parkour-Verein
Jonas Schäfer, Jonas Kreschnak
Telefon:03 32 03/87 46 70
Website:www.parkourkleinmachnow.de

Alle Hindernisse überwinden

Stand: November 2019

Wird Kleinmachnow zur Wiege für waghalsige Stunt-Schauspieler? Die Nähe zu den Studios in Potsdam-Babelsberg würde dies durchaus nahelegen.

Jedenfalls gibt es hier so viele Waghalsige, die über hohe Mauern hüpfen, sich an Geländern hochziehen und in die Tiefe springen, dass der dafür zuständige „Parkour“-Verein einen Aufnahmestop verhängen musste. „Wir hatten in kurzer Zeit über 200 Mitglieder. Mehr als 20 Personen können aber nicht gleichzeitig trainiert werden, schließlich ist unser Sport mit einigen Risiken behaftet. Das Innentraining findet in der alten Sporthalle der Maxim-Gorki-Gesamtschule statt. Der Raum ist hier begrenzt“, erklärt Jonas Schäfer.
„Wir suchen dringend nach neuen Trainingsmöglichkeiten in Sporthallen.“

Querfeldein in der Großstadt
Der 21-Jährige angehende Polizeimeister freut sich natürlich über diesen Erfolg. War er es doch zusammen mit seinem Freund Jonas Kreschnak, der die Parkour-Welle in der Region ins Rollen brachte. „Ich habe es mit Fußball versucht, das gefiel mir nicht, Kampfsport ebenso­wenig. Videos im Internet brachten uns auf Parkour, was ja aus Frankreich kommt. Dabei geht es beispielsweise darum, schnell und geradlinig von einem Punkt an einen anderen zu kommen und dabei Hindernisse zu überwinden. Fortgeschrittenere im Verein stellen Choreografien für Shows zusammen“, erklärt er.
In der Großstadt bedeutet Parkour, querfeldein über Parkbänke zu hüpfen, Mauern zu überwinden und in der extremen Form von Dach zu Dach zu springen! Erste Versuche der Kleinmachnower begannen an der Schultreppe und der Terrasse vom Gesundheitszentrum in Teltow.

Erfolgreiche Jugend-Initiative
Nach den frühen waghalsigen Sprüngen als freche Jungs im Alter von neun Jahren schafften sie es, dass in der Maxim-Gorki-Gesamtschule eine entsprechende Arbeitsgruppe eingerichtet wurde. Schließlich riefen die Bengels einen Verein ins Leben, der sich schnell großer Beliebtheit erfreute. Jetzt gelang ihnen das Kunststück, einen eigenen Parkour-Park in reiner Jugendinitiative ins Leben zu rufen. „Die Verwirklichung erfolgte unter Ägide vom Jugend­zentrum ‚Carat‘. Die Gemeinde ließ sich von unserer Idee begeistern und stellte dafür 40 000 Euro zur Verfügung. Leider dauerte es geschlagene vier Jahre, bis die Anlage jetzt endlich eröffnet wurde“, ärgert sich Jonas Schäfer ein wenig.

Freche Altersgenossen?
Schließlich ist er mittlerweile dabei, dem Jugendalter zu entwachsen. „Das Problem lag in vielen bürokratischen Hürden. Da mussten Gutachten erstellt werden, Naturschutz und Forst waren zu befragen und schließlich war noch ein Munitionssuchdienst im Einsatz“, beschreibt er die Stolpersteine. „Dann musste noch der TÜV überzeugt werden, dass seine geforderte Absperrung die gesamte Sprunggrube unbrauchbar gemacht hätte!“
Kleinmachnows Parkour ist am Ende der Max Planck Allee gleich neben der Skater-Bahn zu finden. „Die Anlage ist öffentlich zugänglich. Allerdings ärgert mich sehr, dass immer wieder Graffiti gesprüht werden, obwohl daneben eine Graffiti-Wand steht!“