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Stars sorgen für buntes Leben in der Gemeinde: „Kleinmachnow, Großmachnow“ statt „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“

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Seifenoper „Kleinmachnow, Großmachnow“
Marie Schneider, Joachim Kosack
Telefon:03 32 03/8 22 73
Website:www.nachbarn-spielen-fuer-nachbarn.de

Kleinmachnow als Seifenoper

Stand: November 2020

Kleinmachnow als „Seifenoper“? Dies könnte bald zu sehen sein, allerdings statt im Fernsehen auf der Bühne!

Im Anklang an die mittlerweile zum Kult gewordene Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, kurz „GZSZ“, arbeitet das zehnköpfige Ensemble von „Nachbarn spielen für Nachbarn“ an „Kleinmachnow, Großmachnow“.
Es soll pünktlich in mehreren Folgen zum Auftakt des nachgeholten 100-Jahre-Jubiläums auf die Bühne der Kammerspiele kommen. Verantwortlich sind dafür Schauspielerin Marie Schneider und ihr Ehemann Joachim Kosack.

Deutscher Serien-Papst
Dieser ist UFA-Chef und vor allem als „Serien-Papst“ von Deutschland ein Begriff. Startete er doch als Autor für die frühen „GZSZ“-Folgen und hob später „Bianca – Wege zum Glück“ als Produzent aus der Taufe. Diese tägliche Serie startete 2004 und schrieb als erste deutsche Telenovela Fernsehgeschichte.
„Kleinmachnow ist ein sehr heterogener Ort mit einer vielschichtigen Bevölkerung, die jeweils diverse eigene innere Kreise bilden. Es gibt die früheren Bewohner aus der DDR, dann die Westdeutschen, die nach dem Regierungsumzug von Bonn hergekommen sind. Es gibt Künstler, gut-situierte Bewohner und ebenfalls Menschen mit finanziellen Problemen. Diese Vielfalt und wie die Menschen damit umgehen wollen wir in unserer Kleinmachnow-Soap darstellen“, beschreiben Marie Schneider und Joachim Kosack, der wieder wie bei den bisherigen Produktionen Regie führen wird. Mit im zehnköpfigen Schauspieler-Team sind neben Anja Godenschweger ambitionierte Laien. „Leider haben wir einen Männermangel, so dass Stücke vielfach entsprechend umgeschrieben werden müssen“, so Marie Schneider.

Trivial und anspruchsvoll?
„Fernseh-Soaps werden oft als trivial verschrien. Sie spiegeln aber stets den Zeitgeist wieder und bieten durchaus Möglichkeiten für gesellschaftlich wichtige Themen und politische Diskussionen. Als ich in dieses Metier vom Theater kommend gewechselt habe, sahen mich viele Kollegen schief an. Aber was ist an Operetten wie ‚Gräfin Mariza‘ tiefgründiger?“, hält Joachim Kosack vor Augen. „Für mich gibt es keine Unterscheidung zwischen ‚E‘ und ‚U‘ in der Kunst, also zwischen ‚ernst und anspruchsvoll‘ und ‚unterhaltsam und leicht‘.“

Missionarskind im Bühnenfieber
Der heutige UFA-Chef hat eine atemberaubende Karriere hinter sich. Er wurde am 28. Juni 1965 in Indonesien als Sohn eines Missionars geboren, „der dort Pfarrer ausbildete“. Seine Jugend verbrachte er in Wuppertal, wo er Germanistik und Geschichte studierte. Dort war er 1986 bei der Gründung des alternativen „TiC – Theater in Cronenberg“ aktiv, das von Regisseur Ronald F. Stürze­becher ehrenamtlich geleitet wurde.
Es entwickelte sich ungeplant zu einer Talentschmiede. „Von hier aus starteten beispiels­weise Comedian Axel Stein oder Schauspieler Christoph Maria Herbst ebenso wie Musical-Star Patrick Stanke oder Sängerin und Moderatorin Nadine Vasta ihre Karrieren“, erinnert sich Joachim Kosack.

„Küchenschaben“ als Traum
Er hatte im zarten Alter von sieben Jahren den Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch für sich entdeckt. „Ich konnte mit acht Jahren alles von ihm auswendig und reiste ihm mit 18 und 19 Jahren konsequent hinterher, um keinen Auftritt zu versäumen.“
Seinen Traumberuf machte er sich, gestählt durch die TiC-Erfahrung, mit dem eigenen Kabarett „Die Küchenschaben“ wahr. Er wurde vom Stadttheater Pforzheim als Regieassistent engagiert und wechselte als Spielleiter ans Landestheater im niederbayrischen Coburg. „Dort hatten wir einen Marathon von 20 Premieren im Jahr zu bewältigen“, erinnert sich Kosack.

Theaterliebe
Trotz der Hitze der Arbeit blieb offenbar Zeit für eine große Theaterliebe. So „entdeckte“ er die junge Schauspielerin Marie Schneider, die 1992 als 24-Jährige das Ensemble verstärkte.
Gleich ihre erste Rolle war die Partie der „Maria“ im Drama „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller.
Marie Schneider stammt aus Wien. Sie wurde am 23. Januar 1968 als Tochter des Dirigenten Peter Schneider und der Schauspielerin Dagmar Sörensen geboren.

Star-Dirigent
Peter Schneider ist mit dem bayrischen Verdienstorden aus­gezeichnet. Er war in 20 Spielzeiten von 1981 bis 2001 Dirigent bei den Bayreuther Festspielen, wo er damit Geschichte schrieb. Mit 142 Aufführungen ist er immer noch Rekordhalter. Gleichzeitig war er Chefdirigent der Bayrischen Staatsoper und prägte seit 1990 die Dresdner Semperoper.
Bei so viel Theaterluft war für die Tochter klar, dass sie in diese Fußstapfen treten will!

Vielfach ausgezeichnet
In den 1990-er Jahren gab es durch die neuen Privatsender einen Boom in der Branche. Als Joachim Kosack 1996 das Angebot bekam, bei der damaligen „Grundy Ufa“ als Chefautor, Regisseur und Produzent für die neue Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ einzusteigen, nahm er die lukrative Stelle an. Es folgten „Hinter Gittern – Der Frauenknast“ und „Bianca“. Seine späteren Serien wie „Der letzte Bulle“ und „Danni Lowinski“ wurden ebenso preisgekrönt wie „R.I.S. – Die Sprache der Toten“.
Mit Filmen wie „Wir sind das Volk“, und „Die Wanderhure“ erreichte er ebenso ein Millionenpublikum wie mit den Kinoproduktionen „Kokowääh“, „Goethe!“ oder „Heiter bis Wolkig“.
Sein „Stauffenberg“-Porträt erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Er war zeitweise Chef des Privatsenders Sat1. 2012 wechselte er zurück zur UFA, die er zusammen mit Nico Hofmann führt.
Hier produziert er mit „Bella Block“ eine weitere Erfolgs­reihe.

Ab ins Grüne
2001 zog das Paar ins neue Eigenheim in Kleinmachnow, der Kinder wegen.
Das sind die Töchter Lotte Kosack, 22, die jetzt Gesang studiert, Emma Kosack, 20, die Medienkauffrau lernt, und Pauline Kosack, 18, die gerade Abitur gemacht hat und schauspielbegeistert ist.
„Sie ist maßgeblich für unser Jugendtheater aktiv. Sie hat zuletzt eine vielgelobte Inszenierung über ‚Jeanne d'Arc‘, die französische National­heldin ‚Jungfrau von Orléans‘, vorgestellt“, erzählen die stolzen Eltern.
Joachim Kosacks Sohn Janosch Kosack ist als Drehbuch-Autor für Ufa-Serien wie „Triple Ex“ und „Beck is back!“ oder „Die Zeugen“ bekannt.

Musik im Blut
Die komplette Familie ist musikalisch aktiv. Die Eltern spielen begeistert Cello und sind damit in mehreren kleineren klassischen Formationen zu erleben. Marie Schneider liebt außerdem das Klavier. Zu den Hobbys gehören, neben dem überaus reizvoll gestalteten Garten mit Blütenmeer in Beeten, Obst und Tomaten, die Liebe zum Theater.
Insbesondere „Schaubühne“, „Komische Oper“ und kleinere Off-Theater schätzen sie. Kosack hat darüber hinaus noch eine ausgefallene Vorliebe: „Ich gehe gerne ins Kino, sehe mir am liebsten fünf oder mehr Filme hintereinander, also von morgens bis abends, an.“

Bürgermeister auf der Bühne
Die Idee einer Miniserie auf der Bühne „verdankt“ Kleinmachnow dem Umstand, dass die „große Inszenierung“ von „Besuch der alten Dame“ zum 100. Geburtstag der Landgemeinde ebenso wie andere Veranstaltungen verschoben wurde. Dabei war der Text von Friedrich Dürrenmatt extra auf Kleinmachnow umgeschrieben worden. „Im Original kommt ein Bürgermeister vor, was eine große Rolle ist. So wollten wir unseren Bürgermeister nicht beanspruchen. Also machten wir daraus eine Bürgermeisterin, die von Margit Landau, der hauptberuflichen Waldorf-Kitaleiterin, ausgefüllt werden sollte. Michael Grubert wäre in der Nebenrolle als ihr Ehemann zu sehen. Premiere soll nun September 2021 sein.“
Man darf gespannt sein, ob Kleinmachnows Gemeindechef in der neuen „Soap“ ebenfalls seinen Platz finden wird. Schließlich erfährt er täglich, was im Ort los ist!

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